Segler-Club Wiedenbrück e.V. am Dümmer See
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Ijsselmeer Törn 2022 mit der SCWi Jugend

In 2019 reifte der Plan mit den Jugendlichen des SCWi einen Segeltörn auf dem Ijsselmeer zu machen. Dann kam Corona und machte alles zunichte.

Im Mai 2022 war es endlich soweit, wir konnten losfahren. Am Freitagabend gegen 20 Uhr sind wir (Lena, Finja, Svea, Pia, Jana, Kerstin, Frauke, Vincent, Matthis, Tilo, Paul, Axel, Arijen und ich) in Lemmer am Ijsselmeer angekommen und konnten direkt unser Schiff, die „Vertrouwen“ (Link zur Facebook Seite) entern. Nachdem jeder seine Kabine / Koje bezogen hatte, wurde direkt die Boardküche in Betrieb genommen und Dank der guten Planung konnten Frauke und Kerstin allen Matrosen leckere Wraps und Franzis sensationellen Nudelsalat servieren. Anschließend gab uns Skipper Reinold (cooler Typ) noch eine kleine Einweisung und wir haben den Kurs für den nächsten Tag besprochen.

Nach einer kleine Spül- und Spielrunde war es auch schon 24 Uhr und die ersten sind in ihre Kojen gekrochen. Leider stürmte es draußen recht heftig und so war an einen friedlichen Schlaf nicht ganz zu denken.

Am nächsten Morgen klingelte bereits um 6:30 Uhr bei irgendwem der Wecker und alle kletterten noch etwas müde aus den Kojen. Doch die Vorfreude und Aufregung war allen anzumerken und so sorgte ein kräftiges Frühstück mit frischen Brötchen und starkem Kaffee für einen guten Start in den Tag. Draußen auf dem Ijsselmeer wehte es immer noch mit 5 bis 6 Windstärken, so dass der Skipper beschloss, mit dem Auslaufen etwas zu warten. Gegen 10.30 Uhr ging es endlich los.

Nach kurzer Deckseinweisung durch Matrosin Saskia wusste fast jeder, was er zu tun hatte und schon verließen wir unter Motor den Hafen. Wie es sich für echte Seemänner und -frauen gehört, wurden wir von Stephanie und Axel gebührend verabschiedet.

Nach einigen Minuten auf See wurde wohl allen klar, dass uns ein windiger Tag bevorstehen würde und so setzten wir das Großsegel mit 2 Reffs. Zusätzlich hissten wir auch die Fock und nachdem Kerstin den Klüver losgebunden hatte (Dabei muss man vorne ins Klüvernetz klettern!), konnte auch dieses zweite Vorsegel gesetzt werden.

Nun ging es hoch am Wind (so gut es eben mit einem Plattbodenschiff geht) auf die Kreuz, um unseren Zielhafen Enkhuizen zu erreichen. Dies bedeutete, dass wir unzählige Wenden fahren mussten, was auf einem Plattbodenschiff nicht ganz einfach ist. Das Boot hat zwei Backstage, wovon immer das in Luv auf Spannung gesetzt wird und das Leestag macht Platz für den endlosen Großbaum. Dieser Wechsel muss natürlich während der Wende erfolgen, wobei 2 bis 3 Leute mithelfen müssen. Zeitgleich wird das Schwert auf der alten Leeseite mittels Winde hochgekurbelt und auf der neuen Leeseite wird das andere Schwert ins Wasser gelassen. Irgendwie hatte ich das Glück, bei der ersten Wende diese Aufgabe zu übernehmen und die Kurbel zu bedienen. Da die Aufgaben nicht durchgetauscht wurden, habe ich also den ganzen Tag bei allen Wenden hier gekurbelt. Ins Fitnessstudio brauchte ich danach nicht mehr!

Skipper Reinhold hatte scheinbar volles Vertrauen in unser Können, so dass jeder, der wollte, ans Ruder der Vertrouwen durfte. Wie hinterher alle bestätigten, ist es gar nicht so leicht, so ein großes Schiff zu steuern, da es recht träge reagiert. Wenn das Schiff auf das Ruder reagiert, luvt es z.B. immer noch an, obwohl man es gar nicht mehr möchte, also fällt man wieder ab und so weiter, dadurch entsteht eine wunderschöne Schlangenlinie im Heckwasser.

Frische Seeluft macht bekanntlich hungrig und so waren alle glücklich, als gegen Mittag selbstgebackenes Bananenbrot, Muffins und belegt Brote gereicht wurden. Alle die in der Zwischenzeit unter Deck waren, kamen recht schnell wieder an Deck und meinten, dass man da unten bei dem Geschaukel wohl Seekrank werden könne, aber an Deck haben sich alle tapfer geschlagen und so musste niemand die Fische füttern.

Nachmittags ließ der Wind etwas nach, so dass wir ein Reff aus dem Groß nehmen konnten. Um Enkhuizen schließlich noch zu erreichen wurde auf den letzten Metern der Motor zur Hilfe genommen und so liefen wir gegen 17.30 Uhr im Hafen ein.

Nach einem weiteren vegetarischen Abendessen haben wir uns für den Landgang fein gemacht und auf die Suche nach einer Eisdiele begeben. Schon nach kurzem Spaziergang vorbei am Drommedaris, dem ältesten Gebäude in Enkhuizen und weiter über eine der hübschen Zugbrücken, fanden wir unser Glück im Eiscafé Vivaldi. Dank der Spende aller SCWi Mitglieder gab es für jeden ein leckeres Eis auf die Hand. Anschließend schlenderten wir weiter durch den netten Ort und bewunderten die kleinen Häuser und die großen Motorboote, die überall zu finden sind.

Zurück an Board ließen wir den Abend mit ein paar Getränken und Süßigkeiten ausklingen und danach waren alle froh, in ihre Kojen kriechen zu können.

 

Am nächsten Morgen klingelte irgendwo schon wieder der Wecker um 6:30 Uhr und so begann der Tag erneut recht früh. Bei schönstem Sonnenschein machten Pia, Matthis, Axel und ich uns gegen 7:00 Uhr auf den Weg zu einem Bäcker, der aber leider erst am Montag öffnen sollte, wie sich unterwegs herausstellte. Daher mussten wir mit unserem Einkauf vor einem Supermarkt warten, der leider erst um 8:00 Uhr aufmachen sollte und so nutzten wir die Zeit, um uns die Häuser und Kanäle in Enkhuizen anzusehen.

Mit diversen Brötchen bestückt, deren Namen wir nicht aussprechen konnten, sind wir dann um 8:15 Uhr zum Schiff zurück gekehrt, wo uns direkt mitgeteilt wurde, dass es kein Frühstück gibt, sondern dass wir auf Geheiß des Skippers sofort auslaufen würden, um die morgendliche Brise zu nutzen.

Bei wunderbarem Sonnenschein und leichten 2 Windstärken fuhren wir mit Raumwind aus dem Hafen, setzten alle Segel und konnten anschließend ganz entspannt doch noch unser wohlverdientes Frühstück zu uns nehmen.

So ging es auf diesem Kurs sehr chillig zurück zu unserem Ausgangspunkt Lemmer und jeder konnte sich an Deck eine gemütliches Plätzchen suchen.

„Früher“ hätte man nun einen ruhigen Tag auf See verbracht, aber da heute alle ihre persönliche Musikbox dabei haben, wurde daraus nichts.

Also spielte DJ Tilo seine Playlist mit allen Hits der letzten 50 Jahre gnadenlos ab. Nach vielen seiner Schmakerl waren wir am Ende so gar, das wir bei „Tulpen aus Amsterdam“ nur noch willenlos mitschunkeln konnten!

Aber auch diese Zeit ging irgendwie vorbei und kurz vor Lemmer ließen wir den Anker fallen, um die Badequalität des Ijsselmeers zu testen. Frauke und Kerstin waren mit Skipper Reinhold die ersten, die sich in das 14 Grad warme Wasser stürzten. Danach gab es auch für die anderen kein Halten mehr. „Fenderreiten“ scheint nun die neue Trendsportart im SCWi zu werden.

Als alle wieder an Board waren, nahmen wir unter Motor Kurs auf den Heimathafen und wurden an der Hafeneinfahrt bereits sehnsüchtig von den zurückgebliebenen Eltern in Empfang genommen.

Extra für die Damen an Board hatte Skipper Reinold noch einen smarten Postboten in Uniform (oder war es doch der schnieke Hafenmeister, der auf seinem Fahrrad angeradelt kam?) zum Festmachen des Bootes bestellt.

Schnell wurden noch einige Gruppenfotos gemacht und anschließend hieß es, klar Schiff machen!

Danach mussten wir Abschied nehmen, denn unser Wochenende auf der Vertrouwen mit Reinold und Saskia war leider schon beendet.

Ich hoffe, dass es allen gefallen hat und lange in Erinnerung bleiben wird (so wie der Törn, den ich selbst als Jugendlicher beim SCWi schon miterleben durfte).

Euer Sportwart

Stefan

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